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01.10.2022

Die Zeitungsmedien im Überlebens-Modus?

09.04.2022
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Karl Malik
Wie wichtig Qualitätsjournalismus für immer bleiben wird, zeigt der Ukraine-Krieg sehr deutlich auf. Der Unterschied zwischen Kriegspropaganda und der Schilderung der traurigen KriegsWirklichkeit ist wichtiger denn je geworden.  Sondersendungen von ntv/RTL und WELT-TV sowie ARD und ZDF nehmen hier eine dominante Rolle ein. Unaufgeregte Reporter vor Ort schildern ihre Eindrücke auch in Gesprächen mit den betroffenen ukrainischen Bürgern. 
Die Tageszeitung versucht den Aktualitäts-Nachteil mit Analysen und Kommen­taren in dieser weltpolitischen Krisen-Situation auszugleichen. 
„Der Spiegel“ bringt auf breiter Front sehr informative Beiräge und vor allem Hintergrund-Informationen. Beispielsweise der Artikel über Marina Owsjannikowa, jener russischen Journalistin, die mit ihrer mutigen Protestaktion ihre Existenz und die ihrer Familie unter dem Hintergrund einer erwartbaren mehrjährigen Haftstrafe in Russland der Wahrheit zuliebe aufs Spiel gesetzt hat, war überaus eindrucksvoll zu lesen. Für mich, der ich seit vielen Jahrzehnten nicht nur berufsbedingt der Zeitungs- und Zeitschriften-Fan-Gemeinde angehöre, unverzichtbar. Qualität versus Fake News. Das ist die zu bewältigende Aufgabenstellung für die Zukunft freier Medien.
Wie können die  Zeitungsmedien den jugendlichen Leser gewinnen? Leserfreundliche Print-Tabloid-Formate, dynamische Web-Informationsangebote, eines bei Print mit Inhalten ohne den Ghetto-Modus reiner Jugendseiten gehören wohl dazu. Aktuelle Themen, aber auch eine Kommentierung gesellschaftlich relevanter Themen aus der kritisch-wertenden Sicht von jungen Redakteuren, die natürlich eine andere Weltsicht haben, als die Generation 45+.  Ein konstruktiv-kritischer  Dialog, den es täglich proaktiv zu gestalten gilt. 
Eine Chance für qualitativ agierende Zeitungsmedien, neue Medienkonsumenten an die Marke zu binden. Und das gilt über alle verfügbaren Medienkanäle hinweg, da wir alle Medien mehr denn je konsumieren. Über TV, Smartphone, PC und Laptop, Internet-Portale und die gedruckte Zeitung. Und das täglich über viele Stunden. Das Smartphone ist zum wichtigsten Endgerät für den Konsumenten gewachsen.
Darauf gilt es, Angebote die zielgruppengenau und tageszeitabhängig auf den Medienkonsumenten zugeschnitten sind, aktuell anzubieten. Über alle Altersgruppen hinweg. Schüler, Studenten konsumieren Medien halt anders als Berufstätige oder Rentner.
Medien-Diversifikation ist seit Jahren die Forderung an den Wandel im Medienkonsum, die es von den traditionellen Medienhäusern zu gestalten gibt.  Getan wurde vor allem von den US-Mediengiganten wie Google, Facebook, Instagram etc. sehr viel, vor allem was viel Geld in deren Kassen spült. Einmal-Mitnahme-Effekte von traditionellen deutschsprachigen Medienhäusern mit der Google News Initiative verdienen doch der erinnernden Erwähnung.  Allerdings: Bedeutet diese Vorgehensweise nicht auch, einen Teil der eigenen Identität für vergleichsweise wenig Geld an die US-Mediengiganten verkauft zu haben?
Die Lieferindustrie, immer ein Partner für die Fortentwicklung der Medien, muss auf die seit Jahren bestehende Investitionsbremse der Medienhäuser reagieren.
Die U-Boot-Mentalität hat sich durch die Corona-Krise und nunmehr durch sich weiter dramatisch eintrübende Wirtschaftsstruktur-Daten durch die kriegsverursachte Wirtschaftskrise und gekappte Wirtschaftsketten fast zur täglichen Norm erhoben. 
In Deutschland, Nachzügler im Digitalbereich, gibt es dabei sehr viel aufzuholen. Das wird dauern, weil  Vieles bürokratisch an neuen Aufbruchstrukturen behindert wurde. Entwicklungschancen wurden sehr oft nicht genutzt. Noch bleibt Zeit dafür!
Es wird gelingen, wenn wir es tun! Jetzt – hier und heute – für morgen!
Herzlichst, Ihr Prof. Ing. Karl Malik
Karl.Malik@premedianewsletter.de

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